Gruppe Lechtal (Füssen-Schongau)

Gruppe 1482 Lechtal Flyer_Gruppe Lechtal_2018

Arbeitsschwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit Türkei und FGM

Nachdem unser Fall in Bahrain zu einem guten Ende gekommen ist durch die Freilassung der beiden jungen Männer, führt uns unser neuer Fall in die Türkei. Wir setzen uns nun für die Freilassung des jungen Journalisten Nedim Türfent ein, weil er keinerlei Straftat begangen hat und nur wegen seiner engagierten journalistischen Tätigkeit inhaftiert ist. Es geht uns dabei auch um die Abschaffung der Praxis, kritische Journalisten nur aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit nach dem Anti-Terror-Gesetz zu verurteilen und inhaftieren.

Nedim Türfent sitzt seit Mai 2016 in Haft, nachdem er einen Bericht über eine Operation der türkischen Sicherheitskräfte gegen eine Gruppe kurdischer Arbeiter veröffentlicht hatte. Im Dezember 2017 wurde er unter dem Vorwurf der „Mitgliedschaft in einer terroristischen  Organisation“, der kurdischen PKK, zu acht Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Vor Gericht wird Nedim Türfent von Anwälten der renommierten türkischen NGO Media and Law Studies Association (MLSA) vertreten, die sich auch für andere inhaftierte Journalisten einsetzt, u.a. für Ahmet Altan.

Türfent sitzt im Hochsicherheitsgefängnis in osttürkischen Van. Er berichtet über Misshandlungen, Drohungen und sexuelle Belästigung. In der Corona-Pandemie wurden viele Häftlinge vorzeitig entlassen, jedoch nicht die politischen Gefangenen. Die hygienischen Bedingungen in den Gefängnissen sind miserabel und in keiner Weise geeignet, die Häftlinge gegen das Virus zu schützen.

Die Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei ist durch Artikel 26 der türkischen Verfassung von 1982 garantiert, aber de facto ständigen Eingriffen ausgesetzt. Die Türkei gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit und belegte 2019 auf der Rangliste der Pressefreiheit Platz 157 von 180.

Außerdem sind wir aktiv bei:

  • Beteiligung an themenzentrierten Kampagnen (z.B. für die Abschaffung der Todesstrafe, gegen Folter und gegen Gewalt gegenüber Frauen), Briefe schreiben zu urgent actions (Eilaktionen)
  • Infostände in Füssen Informationsveranstaltungen mit anderen Organisationen und Referenten
  • Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Menschenrechte u.a. in Zusammenarbeit mit Schulen

Historie: Die Gruppe besteht seit 1983. Sie ist aus einer Frauengruppe für den Frieden hervorgegangen.

Mitglieder: Ca. 10 Mitglieder (wir freuen uns immer auf neue Gesichter!)

Treffen: Monatlich, in Füssen, Steingaden oder Lechbruck

4. September 2020